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Deutschland: 2. wichtigsten Exportmarkt für Spanien

Interview mit Julia Farré FernandeMG 1394 300x172z, Beraterin im internationalen Handel, nach Ihrem Vortrag über den deutschen Markt und die Suche nach Handelsvertretern in Deutschland in der Handelskammer von Valencia.

Bietet der deutsche Markt eine Chance?

Ja, natürlich tut es das. Den spanischen Exportzahlen zufolge steht nach dem französischen Markt der deutsche. Mit seiner starken industriellen Basis und ein Exportland seiend, muss es Produkte aus den Branchen wie Automobil-,Chemie, Werkzeugmachen importieren. Dank seiner Kaufkraft ist es auch ein wichtiger Importeur von Nahrungsmitteln und spanischen Wein. Es bietet also von daher Gelegenheiten für die Industrielle sowie die Konsumbranche.

Spanische Unternehmen sehen es als einen steifen und extrem reifen Markt an. Gibt es da trotzdem noch Chancen?

Das ist es allerdings, und es ist schwierig sich eine Lücke zu machen. Trotzdem gibt es viele Beispiele spanischer KMU, die letztendlich den deutschen Markt betreten haben und darin wachsen. Das erreichten Sie durch die Anpassung an den Markt. Diese Anpassung erfolgte sowohl in den Produkten wie in den Prozessen als auch in den Dienstleistungsniveau und der Logistik. Produkt, Dienstleistung und Preis sind die Erfolgsschlüsseln. Anpassungen sollten auch auf der kulturellen und sprachlichen Ebene erfolgen, die Beherrschung der deutschen Sprache ist ein Pluspunkt.

Welche sind die größten Herausforderungen?

Es ist ein strenger und sehr anspruchsvoller Markt, welcher zu jedem Zeitpunkt  stets auf Beständigkeit und Kohärenz und erlaubt keine Ausnahmen.

Als Unternehmer, warum sollte ich nach Deutschland exportieren wollen?

Es ist der Motor Europas und als solches sollte man dort vertreten sein. Obwohl es anspruchsvoll ist, bietet das Land Exporteuren Beständigkeit und steigenden Verkaufszahlen. Es ist ein Land mit politischer und wirtschaftlichen Stabilität, mit Export-Systemen und einer Arbeitsweise sehr nah an dem spanischen: Verfahren und Zahlungsbedingungen, Logistik, Währungseinheit unter anderem.

Warum hat die deutsche Wirtschaft durchgehalten?

Es ist ein Land, das sich seit Jahrzehnten für den Export und die technologische Innovation entschieden hat. Allein das Bundesland Bayern exportiert dreimal mehr als Katalonien, wenn wir zwei ähnliche Regionen in der Industrie und Bevölkerung vergleichen. Trotz der Verlagerungen die es erlitten hat produziert es weiterhin ist bleibt weiterhin ein großer Abnehmer Darüber hinaus pflegen sie sehr enge Beziehungen mit allen Ländern um sie herum, sowohl in die westeuropäischen sowie in die osteuropäischen Länder.

Existiert weiterhin ein Misstrauen oder eine Abwertung der spanischen Produkt?

Es ist wahr, dass Spanien vor zwanzig Jahren als unseriöses Land angesehen wurde. Heute hat sich das Bild verändert. Das einzig, dass das spanische Unternehmen tun muss, ist sich von Anfang an anzupassen und von Anbeginn an zu zeigen, dass es die gleiche Qualität und Service anbietet wie die anderen europäischen Hersteller. Von da an besteht die Chance.

Und wie kann es die aktuelle wirtschaftliche Lage beeinflussen?

Unsere deutschen Kunden teilten uns mit, dass sie sich durch das Hören der Nachrichten aus Spanien vorstellten, dass sie hier landen würden und verlassene Bars und Geschäfte vorfinden würden. Sie waren überrascht, nach Spanien zu kommen und zu bestätigen zu können, dass die Restaurants weiterhin voll waren. Allerdings wissen sie auch, dass wir in einer sehr komplexen Situation sind und, dass der Rückprall auch sie betroffen könnte. Es ist unvermeidlich, dass ein erhöhtes Gefühl des Misstrauens herrscht, aber ich denke nicht, dass dies eine Katastrophe verursacht. Im Gegensatz, Umsätze in Deutschland steigen Jahr für Jahr. Möglicherweise sollten hiesige Unternehmen eine doppelte Anstrengungen betreiben um die Vorurteile über unser Land zu brechen.